Foto-Wandern – ein Mehr in jeder Hinsicht

Juni 2026

Wandern in der Natur ist nicht nur eine äußerst gesunde und auch sportliche Tätigkeit, es kann zudem meditative Züge tragen oder einfach nur Begeisterung für unsere schönen Landschaften wecken.

Fotografieren in der Natur bewirkt durch die Suche nach geeigneten Motiven, nach besonderen Linienführungen und Perspektiven eine viel intensivere Beschäftigung mit der Umgebung als es durch das ausschließliche Wandern geschieht, weshalb sich die vor einem liegenden Landschaftsbilder regelrecht in die Erinnerung einbrennen.

Viele Landschaftsszenen erscheinen noch nach Jahren völlig klar vor dem geistigen Auge und, wo das einmal nicht der Fall ist, erweckt ein Blick in das Archiv oder auf das an der Wand hängende Bild das frühere Erlebnis wieder zum Leben.

Und da kommt Foto-Wandern.com ins Spiel. Schon vor knapp 10 Jahren erhielt ich einen lebhaften Eindruck davon, wie gut das Wandern und das Fotografieren zusammenpassen. Ich befand mich mit Andreas Levi und einigen Hobbyfotografen am Nærøyfjord in Norwegen. Als wanderbegeisterter Mensch wollte ich unbedingt den Steilhang auf die Hochebene über dem Fjord emporgehen und von dort oben Fotos schießen. Bei meinen Fotofreunden war allerdings die Begeisterung über diesen Vorschlag etwas unterentwickelt. Glücklicherweise erklärte sich Andreas bereit, am frühen Morgen den Aufstieg mit mir zu wagen. Als wir am Abend zu unserer Unterkunft zurückkamen, hatte ich einen aufregenden Wandertag mit vielen schönen Aussichten – und natürlich Fotos – in meinen Erlebniskanon aufgenommen.

Leider dauerte es viel zu lange, bis es sich ergab, dass ich meine zwei Leidenschaften erneut so trefflich miteinander verbinden konnte. Diesmal war das Ziel das Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz. Und dieses Mal war es nicht ein Wandertag, es waren viereinhalb. Natürlich bräuchte man unendlich viele Tage mehr, um all die bezaubernden Naturbilder einzufangen. Aber, auch diese wenigen Tage brachten bereits einen überzeugenden Einstieg in die Erkundung dieser immer wieder überraschenden Landschaft.

Ob man das Bielatal an beiden Hängen erwandert, die durchsetzt sind mit dunklen, kleinen Felsmassiven, auf die man zum Teil hochsteigen kann mithilfe mal einer kurzen, mal einer steilen und langen Leiter, oder die sich plötzlich öffnen zu einem kleinen Tor, durch das man hindurchgehen kann, oder die mit einem kleinen ummauerten Raum an einem Steilabfall zur Kaiser Wilhelm-Festung werden.

Ob man nach einer gar nicht so langen Ersteigung des Tafelberges Gorisch auf den Sonnenuntergang wartet, der zwar verheißungsvoll beginnt, dann aber doch ausfällt, weil sich am Horizont Wolken vor die Sonne schieben.

Ob man auf dem Tafelberg Lilienstein sitzt und geduldig der untergehenden Sonne zusieht, die faszinierende Abstufungen von Rot und Gelb an den Himmel zaubert.

Ob man die berühmte Bastei besucht, die allein wegen einer seit 1851 aus Sandstein erbauten Brücke eine viel besuchte Besonderheit darstellt, die aber noch viel beeindruckender wirkt aufgrund dicht nebeneinander stehender, senkrecht aufragender, schmaler, bizarrer Felstürme, an deren Fugen und Spalten sich die Natur eingenistet hat und grün leuchtende Bäumchen herauswachsen lässt.

Ob man von der Bastei aus zu der malerisch gelegenen Stadt Wehlen an der Elbe wandert – und hier speziell zu dem Stadtteil Dorf Wehlen mit seinem ausgesprochen hübschen und beschaulichen Marktplatz, an dessen Rückseite ein Felsriegel liegt, den man erst einmal „erklimmen“ muss, um von dort aus einen herrlichen Überblick über das Elbtal und den Ort Wehlen zu erhalten.

Ob man von Wehlen aus nach einem kurzen Schotterweg zur sogenannten Teufelsschlucht gelangt, die aus einer grünen „Hölle“ besteht mit der Anmutung einer verzauberten Märchenlandschaft, in der, wenn die störenden Menschen verschwunden sind, Feen und sonstige Zauberwesen die Herrschaft übernehmen.

Ob man das weitläufige Gebiet der Schrammsteine erobert, von denen man über eine abwechslungs-reiche Landschaft hinwegblickt bis hin zu den Tafelbergen in der Ferne und dann in einem häufig zerklüfteten Gelände dem Weg in einem mehrfachen Auf und Ab zum Carolafelsen folgt, einem Aussichtspunkt, der große Geduld erfordert, weil viele Handyfotografen den eigenen Fotoabsichten im Wege stehen.

Ob man den Pfaffensteingipfel besteigt auf einer Linie mit unterschiedlich großen Felsblöcken im Weg, aber auch mit einem derart engen Durchgang durch zwei Felsblöcke, dass man sich nur den Fotorucksack vor seinem Körper hertragend und immer noch aneckend hindurchzwängen kann, um dann noch weiter zur Barbarine zu gehen, einer Felsnadel, die als Wahrzeichen des Elbsandsteingebirges gilt. In einen kleinen Kessel nahe des Gipfels schmiegt sich die wohl zweite Attraktion dieses Tafelberges, ein einladender, gemütlicher Berggasthof.

Das Wandern und das Fotografieren waren all die Tage über in ihrer aufeinander abgestimmten Abfolge erfüllende Tätigkeiten, die in ihrem entschleunigenden Zusammenspiel einen idealen Zustand herbeiführten: eine tiefe, innere Zufriedenheit. Es war eben nicht nur das Eine oder nur das Andere, nicht nur das in erster Linie körperliche oder das in erster Linie geistige, mentale, sinnliche Vergnügen, nicht nur das alleinige, sondern auch das gemeinschaftliche Erleben der Natur. Ohne gegenseitigen Austausch fehlt eben eine entscheidende Verarbeitung all der überbordenden Eindrücke.

Rupert Brandl

Rupert B. auf TripAdvisor

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31. Mai 20274. Juni 2027 01814 Bad Schandau Ursprünglicher Preis war: 495,00 €Aktueller Preis ist: 450,00 €. Platz verfügbar Fotoreise
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